Raku ist eine traditionelle japanische Brenntechnik, die ihren Ursprung im 16. Jahrhundert hat und bis heute Künstlerinnen und Künstler weltweit begeistert.
Was ist Raku?
Raku (dt. Freude) beschreibt eine Brennmethode, bei der die Keramik bei relativ niedrigen Temperaturen (ca. 900–1050 °C) gebrannt und anschließend noch glühend aus dem Ofen genommen wird und in eine Tonne mit leicht brennbarem Material wie Sägespäne, Heu oder Laub gebettet.
Die westliche Variante wurde im 20. Jahrhundert im Wesentlichen von Paul Soldner und Bernard Leach abgewandelt und zu einem eigenen Stil entwickelt.
Raku mit Glasur
Durch den Temperaturschock entstehen die für Raku typischen Risse (Craquelé), deren Größe und Beschaffenheit man während des Prozesses beeinflussen kann. Bei dem Prozess der Nachreduktion entzieht der Rauch Sauerstoff und verändert die Glasurfarben. Der Scherben wird an den Stellen geschwärzt, die vorher nicht mit Glasur versehen wurden sowie in deren Rissen.
Charakteristik:
- Intensive Farbspiele
- Metallische Effekte
- Glänzende Oberflächen
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Raku ohne Glasur
Auch ohne Glasur ist Raku spannend. Hier wird die rohe, geschrühte Oberfläche genutzt, um natürliche, rauchige Effekte zu erzielen. Der Rauch dringt in die Poren des Tons ein und erzeugt schwarze, graue und manchmal silbrige Muster. Durch das Spiel von Feuer und Rauch entstehen natürliche, erdige Oberflächen, die oft eine archaische Ausstrahlung haben.
Charakteristik:
- Matte, rauchige Oberflächen
- Natürliche Farbverläufe
- Betonung der Form und Struktur
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Warum Raku so besonders ist
Die westliche Raku-Technik ist inzwischen im Gegensatz zur strengen japanischen Tradition eher eine eigene Philosophie, die den Schwerpunkt auf die Entstehung von besonderen Keramik-Oberflächen legt. Damit ist Raku viel mehr als eine reine Brandtechnik - und wird so auch gerne für Kunst-Objekte und in der Skulpturkeramik eingesetzt.
Raku wird als Dialog zwischen Künstler und Elementen angesehen. Feuer, Luft und Erde wirken zusammen und schaffen Unvorhersehbares. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. Jedes Stück ist ein Unikat.



