Karin Bablok entdeckte schon als Dreizehnjährige die Töpferscheibe. Die Stille und Konzentration beim Arbeiten mit Ton eröffneten ihr einen Freiraum, der sie von Anfang an faszinierte. Zwei Jahre später wusste sie bereits, dass sie Keramikerin werden und das Drehen erlernen wollte. Sie absolvierte nach ihrem Schulabschluss eine Ausbildung zur Scheibentöpferin in Scheidegg im Allgäu, wo sie das Handwerk von Grund auf erlernte.
In den folgenden Jahren arbeitete sie in Werkstätten in Irland und den USA, vertiefte ihr handwerkliches Wissen und begegnete unterschiedlichen keramischen Traditionen. Später studierte sie am Institut für künstlerische Keramik in Höhr-Grenzhausen und an der FH Koblenz, wo Einflüsse aus Kunstgeschichte und Malerei ihre Arbeit bereicherten. Ihr beruflicher Weg wurde immer wieder von Studienreisen begleitet, die sie unter anderem nach China, Japan und Südkorea führten.
Heute arbeitet sie in ihrem eigenen Atelier und brennt ihre Keramik im Gasofen, der die besonderen Eigenschaften ihres bevorzugten Materials Porzellan optimal zur Geltung bringt. Der Werkstoff Porzellan fasziniert sie durch seine Reinheit, seinen seidigen Glanz und die zarte Transluzenz, bleibt dabei jedoch stets eine anspruchsvolle Herausforderung. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das Gefäß, dessen Form, Proportion und Oberfläche sie bis in die feinsten Nuancen erforscht.
Karin Babloks Gefäße werden nach ihrer Formung zum Malgrund. In ihrer linearen Malerei verbindet ein präzises Linienspiel Innen- und Außenraum, in der freien Malerei entstehen hingegen gestische Kompositionen, getragen von inneren Bildern und intuitiven Bewegungen. Eindrücke aus der Natur fließen zunehmend in ihre Arbeit ein. Der Garten um ihr Atelier mit Gräsern, Weidenzweigen und vom Regen beschwertem Blattwerk findet seinen Widerhall in den gestischen Malereien. Dabei entstehen keine direkten Abbildungen, sondern situative Spuren von Bewegung und Atmosphäre.
Die Künstlerin schreibt über ihre Arbeit: „In der Wiederholung beruhigt sich mein Geist. Durch die Wiederholung finden sich Variationen eines Unikats. Detailverliebten, so auch mir, gefällt das nuancierte Spiel der Proportionen, die Verschiebung von Punkt und Linie um Millimeter.“