Laurenz Stockner schmiedet, treibt und formt seine Dosen und Schalen aus Kupfer und Stahl in seiner Werkstatt in Brixen, Italien. Laurenz zeigt uns, was alles in Kupfer oder Stahl steckt: spannende Formen, lebendige Oberflächen und richtig viel Handwerk.
Laurenz, geboren 1971, ist ein mehrfach ausgezeichneter Kunstschmied und lebt und arbeitet in Brixen. Seiner Ausbildung zum und Arbeit als Schlosser (1986-96) folgte der Besuche der Goldschmiedeschule Le Arti Orafe in (Florenz 1996-98). Nach einem Praktikum beim Goldschmied Manfred Bischoff (1999) und einer weiteren Station als Kunstschmied bei Robert Condin in Tramin (2001 – 03) folgte die Eröffnung seiner eigenen Werkstatt in St. Andrä bei Brixen im Jahr 2003. Im Jahr 2012 erhielt Laurenz seinen Meisterbrief als Kunstschmied und im Jahr 2018 seinen Master of Science, konzeptuelle Denkmalpflege, von der Donau Uni Krems.
Laurenz ist Handwerker und Künstler und bei seinen Schalen aus Kupfer kommt das Konzept „aus einer Hand“ voll zur Geltung. Das Prettauer Kupfer, welches Laurenz fast ausschließlich aus Ausgangsmaterial für seine Kupferschalen verwendet, wird durch einen Prozess, bei dem neben dem Menschen noch Mikroorganismen, Wasser, Holz und Eisen im Bergwerk zum Einsatz kommen, als Zementkupfer abgebaut. Laurenz gewinnt aus dem Zementkupfer durch Umschmelzung im eigenen, selbstgebauten Ofen Rohkupfer-Barren, welche er dann heiß zu Blechen ausschmiedet. In weiteren Schritten arbeitet Laurenz die Grundformen der Objekte mit Schmiedefeuer und Schmiedehammer heraus, bevor er die endgültige Form mit der Schmiedepresse kalt treibt. Ein sehr spannender Prozess mit sehr außergewöhnlichen Ergebnissen. Jede Schale ist ein Unikat.
Ebenfalls in der Galerie zeigen wir Dosen und Schalen von Laurenz, bei denen das Ausgangsmaterial Stahlrohre sind. In Kontrast zu den Schalen aus Kupfer benutzt Laurenz hier Halbzeuge, also Material, welches schon bearbeitet wurde, in diesem Fall Stahlrohre mit unterschiedlichen Durchmessern und Wandstärken. Die Stahlrohre werden im Schmiedefeuer erhitzt und dann gestaucht, wodurch das Gefäß eine individuelle Form erhält. Der Gefäßboden, Deckel und Griff sind maschinell gedreht und gefräst und werden mit der Gefäßwand oder dem Deckel durch das Einschrumpf-Verfahren fest verbunden.
Laurenz ist in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten und wurde für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem mit dem Bayerischer Staatspreis (2007 und 2023), dem Grassipreis des Museums für Angewandte Kunst in Leipzig (2009 und 2023). Im Jahr 2018 war Laurenz Finalist beim renommierten Loewe Foundation Craft Price.